Donnerstag, 13. November 2014

Sparquote in Deutschland steigt trotz Niedrigzins

Der vielfach beschworene Untergang der deutschen Sparkultur muss wohl noch ein wenig warten. Die Niedigzinsen provozieren anders als weithin befürchtet keinen Kapitalverzehr: Entsparen durch Verzweiflungskonsum findet in Deutschland nicht statt.

Abschließende Zahlen für 2014 liegen zwar noch nicht vor, aber aus den bisher vorliegenden Daten folgern Ökonomen der DZ Bank, dass unsere Sparquote in diesem Jahr sogar steigen wird. Aller Voraussicht nach werden die Bundesbürger 9,3 Prozent ihres Einkommens auf die hohe Kante legen, nach 9,1 Prozent im vergangenen Jahr.


Die Sparneigung der Deutschen wird kaum vom Zinsniveau beeinflusst
Quelle: Statistisches Bundesamt 1991-2013, DZ Bank 2014-2015 (Schätzungen)


Im internationalen Vergleich gilt die Sparneigung der Deutschen ohnehin als hoch. Die relativ weit reichenden gesetzlichen Absicherungen für die Wechselfälle des Lebens würden eine eher niedrige Sparquote nahelegen.

In gewisser Weise sparen die Bundesbürger zweimal: erzwungenermaßen über Steuern und Abgaben und dann noch einmal privat.

Sollte sich der Trend zu einer steigenden Sparquote bestätigen, wären viele Mahner ein weiteres Mal wiederlegt worden. Als die Notenbanken in der Finanzkrise von 2008/09 zu einer Politik des lockeren Geldes übergingen, warnten viele Ökonomen vor einer bevorstehenden Inflation.

Die ist nicht eingetreten. Nun zeigt sich, dass selbst ein negativer Realzins die Deutschen nicht davon abhält, Geld für schlechte Zeiten zurückzulegen. Offensichtlich haben die Sparer ein anderes Verständnis von rationalem Verhalten als die Mahner mit ihren Modellen oder Theorien.

Sparen ist eben keine Mechanik, sondern Psychologie

1 Kommentar:

  1. wie einfallslos ist dieser Artikel,
    sie steigt nur, weil beim obersten Prozent der Bev. ein überdurchschnittlicher
    Anstieg zu verzeichnen ist, die Mittelschicht wird weiterhin ausgezehrt!!!!

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