Freitag, 21. November 2014

Sind Banker schlechtere Menschen?

Banker neigen in ihrem Beruf eher zum Lügen und Tricksen als andere Berufstätige. Das behaupten Forscher der Universität Zürich auf Basis eines interessanten psychologischen Experiments, über das die "Welt" berichtet.

In dem Test konfrontierten die Wissenschaftler Probanden aus verschiedenen Berufsgruppen mit Aufgaben, die ihnen die Wahl zwischen ethischen und weniger ethischen Entscheidungen ließen.

Durch kleine Betrügereien konnten die Probanden mehr "Geld" einheimsen und den Test damit im Vergleich mit anderen erfolgreicher abschließen als durch ehrliches Verhalten. Betrügen wurde also belohnt.

Trotz dieser Anreize zeigten andere Berufstätige, zum Beispiel aus der Gesundheits- oder Telekommunikationsbranche nach Aussage der Wissenschaftler keine erhöhte Tendenz zum Lügen und Tricksen, Banker sehr wohl.

Jedoch konnten die Forscher durch einen Trick ausschließen, dass die Banker per se unmoralische Menschen sind, dass also von vornherein nur Schurken in der Geldbranche gehen.

Im Test unterschied sich das Vorgehen der Banker deutlich, je nachdem ob sie durch scheinbar beiläufige Vorfragen (Priming) in private oder berufliche Verhaltensmuster versetzt wurden.
Agierten sie als Privatpersonen, waren sie nicht unmoralischer als andere.

Als Erklärung für das unethische Verhalten der Banker vermuten die Wissenschaftler die geld- und profitgetriebene Firmenkultur in der Finanzbranche.

Ein Mitautor der Studie regte an, Bankangestellte sollten sich künftig qua Berufseid zu moralischem Verhalten verpflichten, "ähnlich dem hippokratischen Eid für Ärzte". Ob das hilft?

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen