Freitag, 14. November 2014

"freilich freier als jemals"

Franz Kafka verdanken wir ein paar verstörend schöne Zeilen über die Doppelnatur der menschlichen Freiheit. Es sind die letzten Worten des Kapitels "Das Warten auf Klamm" im Roman "Das Schloß". Darin findet sich K. allein auf dem Hof des Herrenhofs wieder:

"(...) da schien es K. als habe man nun alle Verbindung mit ihm abgebrochen und als sei er nun freilich freier als jemals und könne hier auf dem ihm sonst verbotenen Ort warten solange er wolle und habe sich diese Freiheit erkämpft wie kaum ein anderer es könnte und niemand dürfe ihn anrühren oder vertreiben, ja kaum ansprechen, aber - diese Überzeugung war zumindest ebenso stark - als gäbe es gleichzeitig nichts Sinnloseres, nichts Verzweifelteres als diese Freiheit, dieses Warten, diese Unverletzlichkeit." 


Quelle: Wikipedia

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