Dienstag, 4. November 2014

Der bleiche Bruder des Goldes

Wie würdet Ihr eine Aktie nennen, die binnen weniger Jahre von fünf auf fünfzig Euro hochschießt, um dann in noch kürzerer Zeit auf fünfzehn Euro abzustürzen?
Sportlich? Spekulativ? Atemberaubend? Wahrscheinlich nicht gerade mündelsicher.
Genau diese Kurskapriolen hat Silber, der bleibe Bruder des Goldes, uns beschert, nur eben in Dollar und nicht in Euro. 



Quelle: Bloomberg

Dass Silber keineswegs mündelsicher ist, dämmert auch immer mehr Deutschen. Nach einer Umfrage der Steinbeis-Hochschule hat sich der Anteil derjenigen, die dem Weißmetall langfristigen Werterhalt zutrauen, schon Ende 2013 auf 15 Prozent abgeschwächt - also schon vor den jüngsten Preisrücksetzern. Im Jahr 2012 hatte noch ein Viertel der Bundesbürger Zutrauen zu Silber. 

Zum Vergleich: Eine Geldanlage in Gold bezeichneten 42,3 Prozent der Teilnehmer als attraktiv. Man darf auf die nächste Umfrage gespannt sein. 

Nun sprechen die starken Kursausschläge der vergangenen Jahre keineswegs generell gegen ein Engagement in dem Rohstoff. Silber ist ein unzerstörbarer Sachwert, und unzerstörbare Sachwerte muss man haben. Man sollte sich nur klarmachen, wie die Wette lautet, die man da eingeht.

Wer Silber kauft, nicht um damit zu spekulieren, sondern um es zu behalten, rechnet entweder mit einer sehr starker Inflation und einer unter Dampf stehenden Weltwirtschaft ohne größere Verwerfungen - oder mit dem genauen Gegenteil davon: mit der Krise schlechthin. 

Als Investment ist Silber eine Zicke mit dem Ruf starker Gefühlsschwankungen. War es, ist es, wird es immer sein. Das muss jeder wissen, der sich mit dem bleichen Bruder des Goldes einlässt. Der Silber-Investor will sein Vermögen krisenfest machen. Dafür muss er zickenfest sein 

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