Samstag, 15. November 2014

Goldpreis eilt Geldmenge davon

Als ich vor ein paar Jahren anfing, mich intensiver mit dem Zusammenhang von Goldkurs und Papiergeld-Liquidität zu beschäftigen, ging ich fast wie selbstverständlich davon aus, dass die Geldmenge in den USA stärker gestiegen sei als der Preis des gelben Metalls. Ich sollte mich täuschen.

Die offiziellen Zahlen zu den Geldmengenaggregaten, die ich mir besorgte, überraschten mich: Seit dem Ende des Gold-Dollars 1971 verteuerte sich die Feinunze um den Faktor 34 (Stand November 2014), die US-Geldmenge M1 legte hingegen um den Faktor 14 zu, die größere Geldmenge M2 um den Faktor 20. Der Goldpreis eilte der Geldmenge also voraus.


Kurz nach der Trennung von Dollar und Gold im Jahr 1971 eilte der Unzenpreis der Geldmenge davon. Wer zu Nixons Zeiten Gold kaufte, konnte sein eingesetztes Kapital um den Faktor 34 steigern
Quelle: FRED


Heißt das, dass sich Gold bei einem Preis von 1200 Dollar in einer Blase befindet? Nicht unbedingt. Wenn der Edelmetallkurs stärker zugelegt hat als die Geldmenge, kann es dafür mannigfache Gründe geben. Es kann zum Beispiel daher rühren, dass Gold in Form von Schmuck auch ein Luxusgut ist - und die Zahl der Reichen und Superreichen auf der Erde so stark zugenommen hat.

Oder daran, dass sich zusätzlich zum Schmuck-Absatz auch eine Investoren-Nachfrage entwickelt. Dazu kommt noch das Problem, was man als Geld definiert. Genügen dazu M1 oder M2, oder muss man die Billionen Dollar von Derivaten dazuzählen? Und wenn ja, brutto oder netto?

Zwar lässt sich nicht behaupten, dass die Fiat-money-Liquidität stärker steigt als der Gold-Preis. Die Zahlen zeigen aber auch: In einem Papiergeld-Regime scheint Gold langfristig ein gutes Investment zu sein.

Von 35 auf 1200 Dollar, alle Achtung!


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