Montag, 17. November 2014

Aktienblase? Die Dow-Gold-Ratio sagt nein!

"Der Aktienmarkt befindet sich in einer Blase. Da halte ich mich raus." Das höre ich ziemlich oft. An klassischen Bewertungsmaßstäben lässt sich der Euphorieverdacht schwer festmachen. Im Gegenteil: Kriterien wie das Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV) oder die Dividendenrendite deuten auf eine nicht mehr billige, aber auch nicht eklatant überbewertete Börse hin.

Aktuell werden die 30 Titel des Dow Jones Industrial zum 17-fachen Jahresgewinn gehandelt, die Dividendenrendite beläuft sich im Durchschnitt auf 2,4 Prozent. Das deutet kaum auf Überschwang. Gemessen am guten alten Fed-Modell, das die Preise von Aktien an der Rendite von Staatsanleihen misst, könnte der Dow Jones sogar bei märchenhaften 33.000 Punkten stehen.

Aber, heißt es, die jetzigen Indexstände sind alle aufgebläht, als Folge des vielen Billiggeldes. Erst wenn man den Aktienmarkt in der einzig wahren Währung miss, nämlich Gold, zeigt sich, wie es wirklich um die Börse steht. Wer das tut, erlebt eine Überraschung. Denn die Dow-Gold-Ratio scheint noch im grünen Bereich zu sein.

Die Dow-Gold-Ratio ergibt sich, wenn man den Stand des Börsenbarometers durch den Goldpreis dividiert. Zur Einordnung: Zu den Zeiten der New Economy mussten rechnerisch 40 Unzen Gold für den Dow bezahlt werden. Dann, nach der Pleite von Lehman, in den Jahren 2009 und 2010, waren es eine Zeitlang weniger als zehn Unzen.



Im Mittel der vergangenen 45 Jahre lag das Dow-Gold-Preisverhältnis bei 12,9
Quelle: Bloomberg, eigene Recherche


Heute wird der Dow Jones mit dem 14,8-Fachen Goldpreis bewertet, das liegt rund 15 Prozent über dem langfristigen Schnitt aus fünf Dekaden. Anfang der Siebziger war der US-Leitindex Investoren übrigens 20 Unzen wert. Während der Zweiten Ölkrise mit hohen zweistelligen Inflationsraten 1980 lag die Ratio dagegen kurzzeitig unter zwei.

Heute sagt die Dow-Gold-Ratio, dass der Aktienmarkt nicht mehr billig, aber auch nicht eklatant überbewertet ist. Die Warnung vor der Mutter aller Crashs lässt sich daraus nicht ableiten.
Es sei denn, das Edelmetall befände sich wegen des billigen Geldes ebenfalls in einer Spekulationsblase.

Dann wiederum wäre die ganze Ratio für die Katz. Und Gold wäre auch nicht die ewige Währung.
So weit wollen wir aber nun wirklich nicht denken

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