Montag, 20. Oktober 2014

Subvention Einlagensicherung

In den Finanzen gibt es eine gigantische Marktverzerrung, die - zu meiner Verwunderung - von kaum einem Ordnungspolitiker infrage gestellt wird. Diese Marktverzerrung führt dazu, dass Bürger einem Unternehmen hohe Geldsummen anvertrauen können, ohne irgendeinen Gedanken an dessen Bonität verschwenden zu müssen. Die Rede ist von der gesetzlichen Einlagensicherung. In der Panik der Finanzkrise wurde sie in der Europäischen Union auf 100.000 Euro ausgeweitet, womit die große Mehrheit aller Konten in der EU abgedeckt ist.

Das löste damals ein konkretes Problem: Es verminderte die Gefahr eines Bankensturms. Langfristig jedoch zementiert die Einlagensicherung Strukturen, die alles andere als marktwirtschaftlich sind.

Die Einlagensicherung setzt die Notwendigkeit einer Qualitätsprüfung des Geschäftsmodells und der Geschäftsleute außer Kraft, sie schützt Bank-Kunden vor Verlusten, selbst wenn die Manager des Instituts miserabel und unverantwortlich wirtschaften. Dadurch wird sie zu einer regulatorischen Subvention für die Bankenbranche. Finanzinstitute werden zu privilegierten Firmen, denen jeder Bürger Geld ohne Angst anvertrauen kann. Ohne Angst, aber auch ohne den Anreiz, sich die Firma genauer anzuschauen, wie es sich für eine Marktwirtschaft gehört. So werden Finanzinstitute zu einem staatlich garantierten Sektor. Kein Wunder, dass sich die Bankguthaben in Deutschland immer weiter aufblähen. Wo sonst gibt es eine solche Garantie gegen Verluste, die praktisch von der Bundeskanzlerin selbst mit der Autorität ihres Amtes gegengezeichnet wurde?


Bankeinlagen privater Kunden in Deutschland. Quelle: Bloomberg

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