Freitag, 24. Oktober 2014

Dem Goldstandard so nah

Von allen Nationen haben die Schweizer die besten Aussichten, ihre Währung wieder ans Gold zu binden. Theoretisch. Die Edelmetall-Bestände, die die Schweizerische Nationalbank (SNB) offiziell ausweist, entsprechen 6,6 Prozent der eidgenössischen Wirtschaftsleistung. Die mittlere Geldmenge M2 ist zu immerhin 4,4 Prozent durch Gold gedeckt.

Was diese Kennziffer angeht, stehen bei den großen Volkswirtschaften nur die Russen besser da, ihr Finanzsektor spielt eine weniger große Rolle. Der russische Bär weiß seine Geldmenge zu sechs Prozent durch das gelbe Metall unterfüttert. Gemessen an den stattlichen Währungsreserven sehen allerdings beide nicht besonders gut aus, weder Russland noch die Schweiz.




Quelle: IWF, World Gold Council


Das wollen die Initiatoren der Gold-Initiative in der Eidgenossenschaft ändern. Die Deckung der Aktiva soll wieder auf 20 Prozent nach oben getrieben wären. Kommen sie damit durch – erste Umfragen deuten auf ein knappes Rennen am 30. November –, sind das gute Nachrichten für den Goldpreis. 

Es stellt sich nur die Frage: Was soll eine Franken-Unterlegung mit Edelmetall, wenn die SNB die Schweizer Währung de facto an den Euro gekoppelt hat, und der ist bekanntlich nicht Gold-unterlegt?

Da kann man, Zahlenspiele hin oder her, schon mal die Sinnfrage stellen

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